Vater-Tochter-Gespräche

T: Dad, was arbeitest du eigentlich?
V: Ich zeige Menschen, wie man mit diesen Wellen umgeht.

T: Welche Wellen?

V: Die Wellen, die all diese Veränderungen da draußen machen.
T: Ich sehe keine Wellen?
V: Es ist wie mit dem Wind, den siehst du ja auch nicht, aber die Wirkungen siehst du.
T: Ah okay. Und warum machst du das?
V: Weil es dran ist.
T: Und wie ist das so, wenn man eine Welle reitet?
V: Ruhig, spannend, schön, aufregend.
T: Ist das nicht schwierig?
V: Kommt drauf an. Eigentlich nicht.

T: Muss man das nicht üben?
V: Besser wäre es. Aber die Wellen laufen schon.

T: Aber viele mögen diese Wellen gar nicht.

V: Ich weiß.

T: Und weiter?

V: Oh, das liegt einzig daran, wofür man sich entscheidet und wo man seine Aufmerksamkeit hinlenkt.

T: Wie meinst du das??
V:  Na ja, lassen wir die mal weg, die meinen sie brauchen nichts und alles wird wieder so, wie es vor Corona war. Wird es nicht. Dann gibt es viele andere, die zwar nicht wissen, was sie wollen, sie könnten es aber mit unserer Hilfe herausfinden. Andere wissen zwar ungefähr, was sie wollen, sind aber unsicher, und machen sich abhängig davon, was andere dazu sagen würden. Könnten sie klären. Und Dritte fragen sich, weshalb sie das, was sie wollen, nicht wirklich schon längst haben. Das müßte nicht so bleiben.

T: Ist das nicht kompliziert?
V: Bis gestern war es das wirklich. Sagen wir so: Die Welle macht´s möglich und wenn man weiß wie, ist es viel einfacher, als man dachte.

T: Weil sich die übliche Art zu denken die Befürchtungen anderer zu eigen gemacht hat und sich irgendwie immer am Gestern orientiert?
V: Ja und weill man bekommt, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet. Das andere war ein Überlebensmechanismus.

T: Und der ist so jetzt nicht mehr notwendig?!... Wow! Gilt das mit der Aufmerksamkeit für alle?

V: Ja. Ausnahmslos für alle. Energie folgt der Aufmerksamkeit.
T: Jetzt verstehe ich das mit der Entscheidung.

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T: Dad, wenn ich übe, traue ich mich dann automatisch eine Welle zu reiten?
V: Tust du das?
T: Nein. ..... Warum eigentlich nicht?
V. Weil du diesen kleinen Schritt noch nicht gemacht hast?!
T: Ja. Klein aber schwierig.
V: Sieht so aus.
T: Und warum mache ich den dann doch nicht?
V: Weil du dich noch nicht entschieden hast.
T: Und was würde mir die Entscheidung leichter machen?
V: Nichts.

T: Doch! - Wenn ich Vertrauen hätte.
V: Hast du denn Vertrauen?
T: Nein.
V: Gut so.
T: Verstehe ich nicht.

 

V: Na ja, was wenn du gar kein Vertrauen bräuchtest?
T: Jetzt verstehe ich gar nichts mehr.
- Pause -
V: Wie geht´s dir jetzt gerade?
T: Ehrlich, ich fühl mich gerade wie in einer Welle.
V: Ah, jetzt bist du drauf.

T: Worauf?

V: Auf dem Brett in der Welle.

T: Welchem Brett?
V: Auf dem, das eben noch vor deinem Kopf war.

T: Was?

V: Atme weiter und ab ab jetzt nimmst besser dein eigenes.
    Das alte war nur gut, damit du diesen einen Schritt noch damit machen konntest.

T: Kannst du mir zeigen, wie ich mein neues selbst baue.
V: Ja, bis zu einem gewissen Grad.

T: Ich verstehe, du meinst, ich steh besser wirklich auf meinem eigenen.

V: Ja, wie schon davor.

T: Klar, aber jetzt weiß ich es und es ist kein Problem mehr.


*Väter und Mütter wissen ohne die Fragen und Erfahrungen ihrer Töchter und Söhne nicht, was sie wissen könnten. Fragen und Erfahrungen machen eben klüger. Das gilt für Berater, Trainer Führungskräfte, Ärzte - für alle und jede*n, jedenfalls theoretisch.